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24
Sep
2020
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Ertrunken

Am Samstag und Sonntag hat es in Siem Reap ziemlich viel geregnet. Um unser Haus herum war ein richtiger See und es hat ein paar Tage gedauert, bis alles abgeflossen ist.

Am Sonntagnachmittag bekam ich einen Anruf, dass einer unsrer Nachtwächter nicht zur Arbeit kommen kann, weil er nach seinem zukünftigen Schwager sucht. Dieser wurde vermisst, wahrscheinlich ist er ertrunken.

Am Montag war es dann leider eine traurige Tatsache. Unser Nachtwächter war mit zwei Freunden im West Baray (ein riesiger Wassergraben) fischen gegangen. Am Morgen konnten sie noch über eine flache Stelle zu einer Insel gehen, doch dann am Nachmittag konnten sie schwer diese Stelle überqueren. Aufgrund von dem Regen war es zu einem reißenden Fluss geworden. Der angehende Schwager wurde von der Flut mitgerissen und da er nicht richtig schwimmen konnte, hatte er keine Chance. Unser Nachtwächter hat alles mitansehen müssen und ist dementsprechend traumatisiert. Ich konnte mit ihm ein wenig über den Glauben reden und er meinte, dass er als Kind in seiner Heimatprovinz schon mal etwas von Jesus gehört hat. Am Mittwoch haben unsere Nachbarn ihn zu einer Lobpreisnacht mitgenommen. Unser Gebet ist es, dass er in Gott Hoffnung findet und Heilung seiner inneren Wunden. Leider ist es bittere Tatsache, dass jedes Jahr zig Menschen ertrinken einfach weil sie nie die Möglichkeit hatten schwimmen zu lernen.

19
Sep
2020
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Ein Segen für Andere

Ich hatte ja schon davon berichtet, dass ich in den letzten Wochen mit den Frauen über das Thema „Geben – Großzügigkeit“ gesprochen hatte. Diese Woche haben dann Minako und ich alle möglichen Lebensmittel im Großmarkt eingekauft, Reissäcke besorgt und jede Menge Gemüse. Insgesamt haben wir 30 Lebensmittelpakete gepackt.

Am Samstag kamen dann die Frauen zum Container von M4T und haben teilweise im stürmischen Regen die Pakete abgeholt, sind mit dem Moped über die schlammige Straße um den jeweiligen Familien die Lebensmittel voller Freude zu überreichen.

Viele Familien haben diese mit Tränen in den Augen in Empfang genommen. Aber auch unsere Näherinnen kamen überglücklich immer wieder zum Container zurück und strahlten über beide Ohren. Zum Ersten Mal waren sie nun diejenigen, die etwas anderen geben konnten, anstelle wie so viele Jahre zu empfangen.

Teilweise haben sie diese Gelegenheit genutzt um über Gottes Liebe zu reden.Unter den Familien, die allesamt unsere Frauen ausgesucht haben, befinden sich Witwen, Alleinerziehende, Blinde, Lahme, Alte, Menschen die vom Müllberg leben – und sie alle durften an diesem Tag erleben, was es heißt ganz praktisch Glauben zu leben – im Geben und Empfangen. Ich bin mir sicher, dass auch unsere Frauen aus diesem Tag gesegnet herausgehen.

12
Sep
2020
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Julie wird vier Jahre

Unglaublich wie schnell vier Jahre vergehen! Julie ist jetzt schon vier Jahre alt! Zum Geburtstag gabs vom Papa eine selbstgebaute Schaukel! Da wir ja leider nicht Oma und Opa einladen können, haben wir einfach hier ihre Ersatz-Großeltern Darren und Minako eingeladen. Das war auch super schön!

Ein weiteres Highlight war, dass wir an dem Tag eine kleine Katze geholt haben. Die Kinder haben sie „Rainbow“ getauft.

Zwei Tage später gab es dann den Kindergeburtstag. Leider waren zwei Kids krank, aber trotzdem hatten sie zusammen eine schöne Zeit mit Spielen, Basteln und Film gucken zum Schluss.

Happy Birthday, Julie!

8
Sep
2020
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Erster Geburtstag im Leben

Heute haben wir den Geburtstag von unserem Gärtner Sokha gefeiert. Es war sein erster Geburtstag, den er gefeiert hat – nun ist er 55 Jahre! Ob er heute Geburtstag hat, weiß er gar nicht, aber wir haben nun einfach diesen Tag zum feiern gewählt.

Irgendwie kamen wir auf das Thema Geburtstag und dann meinte er aus Scherz, er hätte heute Geburtstag. Das war natürlich nicht der Fall. Jedenfalls habe ich dann beschlossen, dass wir für ihn eine Geburtstagsfeier organisieren. Als er merkte, dass ich es damit Ernst meinte und dies kein Scherz war, freute er sich wie ein kleines Kind. Sogar ein paar Freudentränen flossen. Weil er krank wurde, mussten wir die Feiern dann nochmal um eine Woche verschieben, aber dann waren alle von unserem Wohnkomplex da und seine Familie.

Für Sokha war dies wirklich ein besonderer Freudentag und wir wünschen uns einfach, dass wir ihn dadurch ermutigen durften und er Gottes Liebe für sein Leben immer mehr erkennt.

7
Sep
2020
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Werte

In den letzten Wochen haben wir jeweils Montags in den Andachten über verschiedene Werte nachgedacht. Gute und schlechte Werte, Werte für unser persönliches Leben, in unseren Familien und Werte auf der Arbeit. Dabei kam eine ganze Reihe von Werten zu Sprache. Aus all diesen Werten haben wir nun die Frauen sieben Werte auswählen lassen, die sie sich für ihre Arbeit besonders wünschen.

In den nächsten Monaten werden wir dann jeweils für einen Monat tiefer über einen dieser Werte nachdenken und jeweils auch einen Bibelvers auswendig lernen. Jeweils starten wollen wir den Monat mit einem gemeinsamen Essen und Gemeinschaft miteinander.

Heute haben wir mit dem Wert „LIEBE“ gestartet. Es gab LokLak, ein Essen mit Rindfleisch, was sich niemals einer unsrer Näherinnen leisten würde und eine spezielle Gemüsesuppe, die nur zu Festtagen zubereitet wird. Anschließend hat Andy eine Andacht zum Thema Liebe gemacht und zum Schluss gab es für alle ein Stück Kuchen. Den haben wir von dem Geld gekauft, dass in den letzten Wochen zusammen gekommen ist, wenn jemand zuspät kam. Alle haben die Gemeinschaft, das gute Essen und die Andacht genossen. Wie genial, Teil des Ganzen sein zu dürfen.

5
Sep
2020
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Masken, Masken, Masken

Die 800 Gesichtsmasken, die wir nach Deutschland versandt haben, haben alle einen Besitzer gefunden! Herzlichen Dank euch allen für eure Unterstützung.

Mitte September werden wir erneut 500 Masken nach Deutschland versenden, darunter 100 Gesichtsmasken für Kinder. Gerne könnt ihr euch dann wieder bei der AM melden, wenn ihr Bedarf habt.

Hier noch ein Video über die Herstellung der Masken im Nähprojekt. Im Video seht ihr unter anderem Minako, mit der wir zusammenarbeiten. Sie hat mit ihrem Mann Darren, das Nähprojekt gestartet. Das Video ist auf Englisch.

3
Sep
2020
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Großzügigkeit

In den letzten zwei Wochen habe ich mit den Frauen in der Andacht über Großzügigkeit, Geben, Habgier, Reiche und Arme nachgedacht. Hintergrund ist der, dass CiD (Clothed in Dignity – in Würde gekleidet) eine größere Spende erhalten hat um Essen für Notdürftige zu kaufen.

Gemeinsam haben wir das Thema biblisch erarbeitet und dann hatte jeder Gelegenheit darüber nachzudenken, welchen drei Personen oder Familien sie helfen wollen. Dabei war die Grundvoraussetzung, dass es nicht Verwandte sein dürfen. Auf Zetteln konnten sie jeweils kurz etwas zu den Personen schreiben und dann ihre Leute in der Gruppe vorstellen. Dabei sind nun Witwen, Omas, Krüppel usw. – eben wirklich Bedürftige!

Danach haben wir erst einmal grundsätzlich nachgedacht, was sie alles gebrauchen könnten. Von Nahrung über Kleidung bis zur Toilette war alles dabei. Und dann haben wir spezifischer über Nahrung nachgedacht. Heutiger Stand ist, wir werden folgendes kaufen:

Reis, Öl, Salz, Zucker, Soyasoße, Suppengewürz, Fischsoße, Fisch in der Dose

In ein paar Tagen wollen wir dann die Sachen an die jeweiligen Leute verteilen. Wir sind schon gespannt, was daraus weiter entstehen wird. Den Frauen im Nähprojekt von Anfang an mit hinein zu nehmen und neben all ihrer Not auch immer den Blick für Andere zu haben, das ist uns ein echtes Anliegen.

1
Sep
2020
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Onlineschule

Am 24.8. hat die Schule für unsere Kinder wieder offiziell gestartet. Leider erstmal immer noch zuhause. Bisher hatten die Kids immer für eine Woche Material nach Hause bekommen und es lag sehr an den Eltern mit den Kindern dieses Material durchzugehen.

Nun haben sie das Konzept geändert, die Lehrer unterrichten die Kinder von 8 – 12 Uhr online. Einmal die Woche haben sie die Gelegenheit sich für eine Stunde mit ein paar anderen Kindern aus ihrer Klasse zum Lernen zu treffen. Am Morgen sind sie aber nicht die ganze Zeit online, sondern haben dazwischen dann auch Arbeitsblätter, die sie erledigen müssen. Trotzdem ist es schon ziemlich viel Zeit am Bildschirm. Einmal in der Woche kommt zudem die Lehrerin zum Lernen zu uns nach Hause.

Für Julie fällt allerdings der Kindergarten komplett aus. Wir haben deshalb mit unseren deutschen Nachbarn und Freunden zusammen überlegt und nun zwei Khmerfrauen eingestellt. Lin spielt morgens mit Charlotte und Julie. So werden sie nicht nur zum Einen betreut, sondern auch ihr Englisch wird ein wenig gefördert. Sreilam hilft Jakob, Madita und Josia bei ihren Aufgaben. Denn obwohl alles online ist und sie bei den Lehrern Rückfragen stellen können, brauchen sie doch immer wieder Unterstützung.

Wir sind dankbar, dass wir mit Lin und Sreilam eine gute Lösung gefunden haben. Sie entlasten uns sehr und besonders ich kann wieder ein wenig mehr anderes tun. Zudem haben sie beide gerade keinen Job und wir können sie zumindest für diese Zeit finanziell unterstützen.

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