{"id":4024,"date":"2016-04-16T17:40:41","date_gmt":"2016-04-16T15:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/pete-anne.de\/wptest\/?page_id=4024"},"modified":"2016-04-16T17:40:41","modified_gmt":"2016-04-16T15:40:41","slug":"die-uno-in-kambodscha-1992-1993","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/pete-anne.de\/cms\/geschichte\/die-uno-in-kambodscha-1992-1993\/","title":{"rendered":"Die UNO in Kambodscha (1992 \u2013 1993)"},"content":{"rendered":"<p>Am 15. M\u00e4rz 1992 hatte die UNO nicht nur dir Rolle des Friedenserhalters in Kambodscha \u00fcbernommen, sondern auch die Verantwortung f\u00fcr die Wiederentstehung eines von 20 Jahren B\u00fcrgerkrieg zerr\u00fctteten Staates. Mit dem Einzug der UNO kamen 22.000 Soldaten und ziviles Personal in das kleine Land. Doch diesmal freuten sich die leidgepr\u00fcften Khmer \u00fcber die erneute Invasion, hofften sie doch oft den lang ersehnten Frieden. F\u00fcr Deutschland war dies der erste UNO-Einsatz.<\/p>\n<p>Das erste Ziel der UNO war die Entwaffnung der B\u00fcrgerkriegsparteien. Dies lief zum Anfang noch erfolgreich, doch dann weigerten sich die Rote Khmer ihre Waffen abzugeben und untersagten der UNO die von ihnen kontrollierten Gebiete zu betreten. Ihre Begr\u00fcndung lag darin, dass angeblich immer noch vietnamesische Truppen im Land waren. Die Weigerung der Roten Khmer f\u00fchrte dazu, dass auch andere Guerillak\u00e4mpfer sich weigerten ihre Waffen abzugeben. Obwohl die UNO\u00a0 ihr erstes Ziel nicht durchsetzen konnten, verfolgten sie das zweite Ziel, die Registrierung der W\u00e4hler.<\/p>\n<p>Die UNO versuchte weiterhin die Rote Khmer wieder in den Friedensplan zu integrieren. So schlossen sie im Dezember 1992 die Grenze zu Thailand, um dadurch den Edelstein \u2013 und Holzhandeln zu unterbinden. Denn dadurch finanzierte die Rote Khmer ihre Waffen. Doch Thailand verhielt sich nicht sehr kooperativ, da auch einige seiner Milit\u00e4rs bei dem Handel kr\u00e4ftig mitverdienten. So untersagte Thailand der UNO Fl\u00fcge nach Phnom Penh \u00fcber Bangkok.<\/p>\n<p>Am 13. April 1993 versetzten die Roten Khmer den Friedensbem\u00fchungen einen gro\u00dfen R\u00fcckschlag, als sie ihre Teilnahme an den Wahlen aufk\u00fcndigten und Phnom Penh verlie\u00dfen, um nach Pallin in ihr Hauptquartier zur\u00fcckzukehren. Die Rote Khmer versuchte den Friedensprozess weiter zu destabiliseren. Sie ver\u00fcbten grausame Attentate auf die vietnamesische Minderheit im Land, t\u00f6teten UNO-Soldaten und griffen im Mai 1993 die Stadt Siem Reap an, wobei 18 Tote zur\u00fcckblieben. Au\u00dferdem verteilten sie an vielen Stellen Landminen. Diese heimt\u00fcckischen Waffen wurden jedoch nicht nur von ihnen oder der Armee benutzt, auch Banditen oder Bauern verwendeten sie. So sch\u00fctzten Bauern ihre Felder vor Dieben, indem sie die Minen abends auslegten und morgens von den Kindern einsammeln lie\u00dfen, die gelegentlich auch mal eine verga\u00dfen. Diese nicht systematische Verstreuung der Minen im ganzen Land erschwert die R\u00e4umarbeiten enorm. Es gibt kaum Aufzeichnungen von den Minenfelder. Sie liegen einfach \u00fcberall herum und keiner wei\u00df genau wo. Immer noch gibt es sch\u00e4tzungsweise 5 \u2013 6 Millionen Landminen.<\/p>\n<p>Am 22. Mai 1993, am Vorabend vor der Wahl, waren die Stra\u00dfen Phnom Penhs gespenstig leer. Die Menschen waren mit Angst erf\u00fcllt. Die Rote Khmer hatte den B\u00fcrgern mit Gewalt gedroht, die es wagen w\u00fcrden, zur Wahl zu gehen. Doch die angek\u00fcndigte gewaltsame Wahlverhinderung fand nicht statt. Stattdessen fand vom 23. \u2013 28. Mai 1993 eine der freiesten und fairsten Wahlen der Geschichte S\u00fcdostasiens statt. Fast 90 % der 4.764.430 registrierten W\u00e4hler gaben ihre Stimme ab. Vier Parteien zogen daraufhin in die Nationalversammlung ein. Doch bevor die neue Regierung gebildet werden konnte, musste die Nationalversammlung erst eine Verfassung f\u00fcr das Land ausarbeiten. Keine Partei hatte die absolute Mehrheit. Das bedeutete, dass man zusammenarbeiten musste. Der Sieg der FUNCINPEC (45 %) hatte die siegesgewisse CPP (38 %) so sehr ersch\u00fcttert, dass sie sich weigerten, die Wahl anzuerkennen. Schlie\u00dflich konnte aber Prinz Sihanouk mit viel Geschick die beiden Parteien vers\u00f6hnen, indem er sich selbst zum K\u00f6nig machte und Hun Sen und Ranariddh zu seinen Ministerpr\u00e4sidenten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15. M\u00e4rz 1992 hatte die UNO nicht nur dir Rolle des Friedenserhalters in Kambodscha \u00fcbernommen, sondern auch die Verantwortung f\u00fcr die Wiederentstehung eines von 20 Jahren B\u00fcrgerkrieg zerr\u00fctteten Staates. 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