{"id":4026,"date":"2016-04-16T17:41:49","date_gmt":"2016-04-16T15:41:49","guid":{"rendered":"http:\/\/pete-anne.de\/wptest\/?page_id=4026"},"modified":"2016-04-16T17:41:49","modified_gmt":"2016-04-16T15:41:49","slug":"regierungsbuendnis-von-ranariddh-und-hun-sen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/pete-anne.de\/cms\/geschichte\/regierungsbuendnis-von-ranariddh-und-hun-sen\/","title":{"rendered":"Regierungsb\u00fcndnis von Ranariddh und Hun Sen"},"content":{"rendered":"<p>Die Zusammenarbeit der ehemaligen Kontrahenten klappte zun\u00e4chst besser als erwartet. Lediglich die Korruption explodierte, da die Ministerposten mit jeweils einem CPP und einem FUNCINPEC Mitglied besetzt wurden und dadurch zweimal die Hand aufgehalten wurde.<\/p>\n<p>Ziemlich schnell zeigte sich, dass Ranariddh als Ministerpr\u00e4sident nicht f\u00e4hig war, die politischen Probleme zu l\u00f6sen. Diese Schw\u00e4che konnte Hun Sen als Ministerpr\u00e4sident gut nutzen. Er beschuldigte seine politischen Gegner sie w\u00fcrden Attentate auf ihn planen und schickte sie so ins Exil. W\u00e4hrenddessen gr\u00fcndete er im ganzen Land eine Hun Sen Schule nach der anderen. Sein Trumpf war, dass er sich der Loyalit\u00e4t des Milit\u00e4rs, der Polizei und der Justiz sicher sein konnte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen blieb die Rote Khmer im Untergrund aktiv. Immer wieder griffen sie an. 1993 z\u00e4hlten sie noch rund 10.000 K\u00e4mpfer. 1994 bildeten sie eine Gegenregierung in der Provinz Preah Vihear. Bis 1995 verschleppten sie Tausende Zivilisten in Konzentrationslagern im Dschungel an der Grenze zu Thailand. Auch Ausl\u00e4nder wurden entf\u00fchrt. Mit der Zeit kamen jedoch Aufl\u00f6sungserscheinungen. Ministerpr\u00e4sident Hun Sen machte den Roten Khmer zwischen 1994 \u2013 1998 Amnestie-Angebote, sodass viele darauf eingingen, die Waffen niederlegten und ein neues Leben begannen.<\/p>\n<p>Mit der Spaltung der Roten Khmer am 8. August 1996 versch\u00e4rfte sich die Auseinandersetzung der beiden Ministerpr\u00e4sidenten. Ieng Sary war mit seinen Truppen zur Regierung nach Phnom Penh zur\u00fcckgekehrt. Beide Parteien bem\u00fchten sich die Guerillak\u00e4mpfer in ihre Partei zu integrieren um ihre politische Macht zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Aber auch Sam Rainsy sorgte ordentlich f\u00fcr Turbulenzen in der Hauptstadt. Er war aus seiner FUNCINPEC Partei ausgeschlossen worden und pr\u00e4sentierte sich nun als Menschenrechtsadvokat und unterst\u00fctzte den Arbeitskampf in der Textilindustrie. Die internationale Presse zeigte ihm daraufhin gro\u00dfe Anerkennung. F\u00fcr Hun Sen wurde somit zu einer gef\u00e4hrlichen Person. Am 13. M\u00e4rz 1997 explodierte in Phnom Penh bei einer Kundgebung von Sam Rainsy eine Bombe. Sam Rainsy kam mit einem Schock davon, w\u00e4hrend 16 Menschen sterben mussten und \u00fcber 100 verletzt wurden. Bis heute ist der Fall ungekl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die beiden Ministerpr\u00e4sidenten hatten aufgrund gegenseitigen Misstrauen eigene Privatarmeen aufgebaut. Die jeweils 2000 Soldaten waren in Phnom Penh stationiert. Als sich Hun Sen durch Ranariddhs in die Enge getrieben f\u00fchlte, griff er im Juli 1997 seinen Gegner an. Es kam zu schweren K\u00e4mpfen in der Hauptstadt, die die Armee von Hun Sen f\u00fcr sich entscheiden konnte. Ranariddh floh aus Kambodscha. Die westlichen Geberl\u00e4nder reagierten auf dieses schreckliche Ereignis mit sofortigem Stopp ihrer Entwicklungs- und Finanzhilfen. Auch der Beitritt zur ASEAN r\u00fcckte in weite Ferne. Da der internationale Druck so hoch war, lie\u00df Hun Sen Ranariddh zu den Vorbereitungen der Wahlen wieder nach Kambodscha einreisen.<\/p>\n<p>Nachdem 1997 Pol Pot aus seiner F\u00fchrungsposition verdr\u00e4ngt wurde, hatte ihn ein Rotes-Khmer-Volkstribunal als Verr\u00e4ter zu lebenslanger Haft verurteilt. Am 15. April 1998 starb Pol Pot unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zusammenarbeit der ehemaligen Kontrahenten klappte zun\u00e4chst besser als erwartet. Lediglich die Korruption explodierte, da die Ministerposten mit jeweils einem CPP und einem FUNCINPEC Mitglied besetzt wurden und dadurch zweimal die Hand aufgehalten wurde. Ziemlich schnell zeigte sich, dass Ranariddh als Ministerpr\u00e4sident nicht f\u00e4hig war, die politischen Probleme zu l\u00f6sen. 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