{"id":5020,"date":"2017-08-10T21:24:00","date_gmt":"2017-08-10T19:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/pete-anne.de\/cms\/?p=5020"},"modified":"2019-06-14T21:17:34","modified_gmt":"2019-06-14T19:17:34","slug":"suche-nach-neuem-dorf-fuer-metallausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pete-anne.de\/cms\/2017\/08\/10\/suche-nach-neuem-dorf-fuer-metallausbildung\/","title":{"rendered":"Suche nach neuem Dorf f\u00fcr Metallausbildung"},"content":{"rendered":"<p>Die mobile dreimonatige Metallausbildung findet immer anderen D\u00f6rfern statt. Doch wie finden wir die D\u00f6rfer bzw. w\u00e4hlen sie aus? Bisher ist es nicht vorgekommen, dass lokale Beh\u00f6rden oder Privatpersonen auf uns zugekommen sind. Das hei\u00dft ich gucke auf der Landkarte wo D\u00f6rfer hier in unserem Bezirk sind die wahrscheinlich schon Zugang zum Stromnetz haben. Dann fahre ich hin und erkunde das Gebiet und spreche mit lokalen Leuten und Beh\u00f6rden und los geht\u2019s\u2026<\/p>\n<p>H\u00f6rt sich einfach an \u2013 ist es aber nicht. Alles dauert hier l\u00e4nger. In Vergangenheit hat es einige Fahrten und Gespr\u00e4che gedauert bis das jeweils n\u00e4chste Dorf fest stand, einmal hatten wir das Dorf gefunden aber mussten noch zwei Monate warten bis die Dorfleute Zeit hatten und fasst jedes Mal mussten wir den Start der Ausbildung mehrmals nach hinten verschieben weil sich noch niemand oder nur zu wenige angemeldet hatten. Aber nicht zuletzt weil die Zeit vor unserem n\u00e4chsten Heimataufenthalt n\u00e4chstes Jahr dr\u00e4ngt, brachten wir die Suche nach einem neuen Dorf verst\u00e4rkt im Gebet vor Gott.<\/p>\n<p>So stand nach der letzten abgeschlossenen Ausbildung in Chhouk eine erste Erkundungsfahrt an. Ich hatte daf\u00fcr ein Gebiet im Sinn, was an einer ca. 20km langen Sackgasse liegt. Vor ein paar Jahren war ich mal mit dem Motorrad dort gewesen und erschrocken von den \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen im letzten Dorf der Sackgasse. Drum herum gibt es keine Reisfelder sondern nur Plantagen einiger Reichen von woanders welche die existentielle Not der Dorfbewohner ausnutzen und sie zu Dumpingpreisen als Tagel\u00f6hner arbeiten lassen.<\/p>\n<p>Als ich dann mit meinem Mitarbeiter Lim auf Erkundungstour war haben wir erfahren, dass ca. 3\/4 der Strecke am Stromnetz angeschlossen ist. Aber schon auf den ersten Kilometern der holprigen Erdstra\u00dfe haben wir uns gefragt ob es wohl \u00fcberhaupt Sinn macht hier eine Ausbildung anzufangen. Wer wird hier mit Metall arbeiten wollen? Die Gegend ist so abgelegen, dass es sogar noch ein bisschen Wald gibt der noch nicht abgeholzt ist. Wer wird hier soweit denken dass in ein paar Jahren alles abgeholzt ist und man auf Metallverarbeitung angewiesen sein wird? Wer wird Metall den weiten Weg aus Srae Ambel heranschaffen wenn Holz (noch) vor der T\u00fcr ist?<\/p>\n<p>Wir waren im Auto so am \u00fcberlegen, als ich im Blickwinkel im Vorbeifahren an einem Haus eine Metall-Dachkonstruktion sah. W\u00e4hrend wir uns fragten wer das wohl gemacht hat, kam der Hausbesitzer unter dem Stelzenhaus hervor. Da stiegen wir aus und fragten nach. Es stellte sich heraus, dass er es selbst gemacht hat und ein Jahr in Thailand als Schwei\u00dfer gearbeitet hat und da so viel gelernt hat, dass er nun regelm\u00e4\u00dfig von Leuten aus der Gegend Auftr\u00e4ge \u00a0f\u00fcr Dachkonstruktionen, Tische, W\u00e4schest\u00e4nder, Regale, usw. annimmt. Immerhin ist er der einzige Schwei\u00dfer in einem Gebiet von 20km Umkreis.<\/p>\n<p>Wir kamen ins Gespr\u00e4ch \u00fcber unsere Metallausbildung und er war sehr offen und sagte, dass er auch kommen wolle um dazu zu lernen. Aber ich hatte ganz andere Pl\u00e4ne: Ich konnte mir vorstellen ihn als Hilfslehrer anzustellen um mich und Lim zu entlasten. Gerade f\u00fcr die bevorstehende Ausbildung war n\u00e4mlich abzusehen, dass ich oft nicht dabei sein konnte. Und wenn dann Lim oft alleine unterrichtet, w\u00e4re das sehr herausfordernd zumal das Dorf ca. 50km von uns entfernt ist. Davon erz\u00e4hlte ich dann erstmal nichts sondern versicherten ihm nur, dass wir dann nicht neue Konkurrenz in seinem Dorf schaffen wollen und darum die Ausbildung wenn \u00fcberhaupt dann nur in einem weiter entfernten Dorf starten werden. Dem sah er aber gelassen gegen\u00fcber weil er meinte dass in der Gegend so ein Bedarf ist, dass er nicht besorgt ist wenn mehr Konkurrenz entsteht.<\/p>\n<p>Wir fuhren dann weiter in der Sackgasse bis zum letzten Dorf mit Strom und wollten uns dort mit dem B\u00fcrgermeister treffen. Der war aber schon seit einigen Tagen irgendwo 2h entfernt um da an einem Haus zu bauen. Also wollten wir uns mit dem frisch gew\u00e4hlten Kommunalchef treffen und wollten uns gerade zu ihm \u201edurchfragen\u201c bis wir feststellten, dass er gerade zuf\u00e4llig unter dem (Stelzen-)Haus gegen\u00fcber in der H\u00e4ngematte lag. Er war ganz angetan von der Idee und versicherte uns seine Unterst\u00fctzung und war sich sicher, dass wir gen\u00fcgend Sch\u00fcler finden w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Mission erfolgreich. Wir waren ganz erstaunt wie einfach das diesmal ging. Denn oft war es sehr z\u00e4h und hat gedauert bis fest stand in welchem Dorf wir die n\u00e4chste Ausbildung starten. Aber diesmal sp\u00fcrten wie Gott uns den Weg geebnet hat so dass wirklich eins aufs andere passte. Das durften wir dann n\u00e4mlich auch im weiteren Verlauf erleben. Sehr schnell haben wir einen geeigneten Platz gefunden um das Zelt aufzustellen. Wir konnten es sogar am selben Tag in Chhouk abbauen und in Ksad Krohom wieder aufbauen. Den oben erw\u00e4hnten Metaller S\u00f6d konnten wir tats\u00e4chlich gewinnen als Hilfslehrer bei uns zu arbeiten und am Tag des offiziellen Startes waren es dann tats\u00e4chlich 8 Sch\u00fcler im Alter zwischen 17 und 50 Jahren. Durchschnittlich sind sie 3,5 Jahre zur Schule gegangen, aber nun in der Ausbildung voll motiviert. Es macht richtig Spa\u00df mit ihnen zu arbeiten.<\/p>\n<div class=\"epyt-video-wrapper\"><iframe loading=\"lazy\"  id=\"_ytid_84124\"  width=\"960\" height=\"540\"  data-origwidth=\"960\" data-origheight=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/vo6lw_rhlh0?enablejsapi=1&autoplay=0&cc_load_policy=0&cc_lang_pref=&iv_load_policy=1&loop=0&modestbranding=1&rel=0&fs=1&playsinline=0&autohide=2&theme=dark&color=red&controls=1&\" class=\"__youtube_prefs__  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mobile dreimonatige Metallausbildung findet immer anderen D\u00f6rfern statt. Doch wie finden wir die D\u00f6rfer bzw. w\u00e4hlen sie aus? 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